Webdesignagenturen - Anspruch und Realität.
Durch meine Tätigkeit für den Campingführer Camping-Angeln.de bedingt, sehe ich täglich sehr viele Webseiten. Heute unter anderem die vom Inter Camping Schuby-Strand, welche unter den Webseiten der Campingplatzbetreiber eine echte Ausnahme im absolut positiven Sinne ist. Nettes Layout, validiert 1A usw.
Da diese Seite wie bereits erwähnt leider eine echte Ausnahme ist (95% sind einfach nur grottenschlecht), interessierte es mich, wer diese Seite denn erstellt hat. Im Impressum stieß ich dann auf die Designagentur Euroweb und schaute mir dann pflugs die Seite der Agentur an. Optisch recht ansprechend, jedoch begann sie gleich nach dem Aufruf mit einem automatisch abspielenden Propagandavideo zu nerven. *uncool*.
Aus reiner Gewohnheit hab ich mir gleich mal den Spass gemacht, die Seite zu validieren. Das kam dabei raus:
Nun, dass ist nicht wirklich das Problem, sowas kommt in den besten Familien mal vor. Obwohl es das bei einer großen Agentur mit diesen Ansprüchen nicht sollte. Was mich mal echt ankotzt sind eher die Einstellungsvoraussetzungen, die diese Firma für ihre Webentwickler voraussetzt. Als da wären:
- Studium im Bereich Informatik oder vergleichbare Qualifikation oder Ausbildung
- Berufserfahrung wünschenswert
- Hervorragende Kenntnisse in den Bereichen XHTML, CSS, PHP und Javascript sowie in Adobe Dreamweaver
- Gute Kenntnisse in MySQL
- Kenntnisse in Ajax sind von Vorteil
- Englisch in Wort und Schrift
Usw... Dann halt noch der übliche Kram, den diese uninspirierten Personaler noch dazuschreiben, weil sie eh keine Ahnung vom Fach haben.
Punkt 1 Wofür bitte braucht ein Webdeveloper ein Studium? Und dann noch im Bereich Informatik? Informatik studiert zu haben heisst noch lange nicht, dass ich XHTML und CSS beherrsche und so runterschreiben kann. Mal ganz abgesehen davon, dass es für die Agentur besser wäre, sie würde statt studierter Informatiker mal Webentwickler einstellen, die es schaffen eine Webseite so zu erstellen und zu pflegen, dass sie korrekt validiert. Dafür muß man nicht studiert haben, sondern nur etwas von seinem Handwerk verstehen. Eben seinen Job können. ICH habe nicht studiert. Aber ICH könnte die Seite so erstellen und pflegen, DASS sie validiert.
Die weiteren Punkte: Da suchen wir aber mal wieder die eierlegende Wollmilchsau, hmm? XHTML, CSS, PHP und JavaScript? Jemand der das alles perfekt kann kostet richtig Geld. Würdet Ihr das ausgeben wollen? Wohl kaum... P.S.: Dreamweaver im Zeitalter der Webstandards? Bitte, darauf können wir doch verzichten, oder?
Liebe Geschäftsführung von Euroweb:
Auch eine so große und namhafte Agentur wie die Eure sollte sich die Vorteile von Webstandards zu nutze machen und darauf achten, vorrangig Leute einzustellen die dies sicherstellen können. Die anderen Anforderungen könnten besser über Teamarbeit gelöst werden. Jemand der alles kann kann nichts richtig. Ich kann nur XHTML und CSS und bald evtl. auch PHP. Aber XHTML und CSS richtig gut. Und von Webstandards hab ich auch schon mal was gehört ;-)
So long...




echt geil, dein Artikel – stimme voll und ganz zu… schick’s doch mal an die “Designagentur”! Aber sind die nicht ihrem Namen nach eh bloß für das Aussehen ihrer Webseite zuständig? Validierung… komisch davon hab ich in 2 Jahren Studium nie was gehört… na vielleicht kam das in der Hälfte die ich hingeschmissen habe…
Sicher brauch man kein Studium um ein guter Webentwickler zu sein. Aber die Anforderungen die Euroweb stellt sind vergleichsweise “niedrig” ich hab schon ganz andere, wirklich utopische, Stellenbeschreibungen gesehen. Die geforderten Kenntnisse sollte man als Webentwickler sowieso mitbringen. Das ist Standard. Zumal Euroweb ja auch konkret Webdesigner sucht. Folglich differenzieren sie da sehr stark. Das hat man auch nicht in jedem Unternehmen.
Ausserdem sind wir Webentwickler alleskönner! Was den sonst? :)
Ich kann deine Kritik durchaus nachvollziehen, aber es gibt deutlich schlechtere Agenturen.
Und nein ich arbeite nicht bei Euroweb und werde auch nicht für den Kommentar bezahlt.
Danke für diesen Kommentar!
Der fällt unter die Rubrik: Kommentare, die die Welt braucht:-) Wenn Du bei Euroweb arbeiten würdest, wäre der Comment mit Sicherheit anders ausgefallen… Ich habe Euroweb übrigens nur durch Zufall rausgegriffen und ein weitaus tiefgreifender Artikel zum Thema folgt.