Artikelserie zur Begrifferklärung der Webstandards.
Ich hatte ja bereits in diesem Artikel einen kurzen Überblick über die Webstandards gegeben, doch irgendwie ist der Artikel nun doch zu kurz geraten und wird den Webstandards in keinster Weise gerecht. Deswegen startet hier nun eine mehrteilige Serie, die versuchen wird, die Webstandards so genau wie es mir möglich ist zu beschreiben.
Wenn wir von Webstandards sprechen, meinen wir damit die Standardisierung der "Websprachen", wie z.B. HTML, XHTML, CSS, JavaScript und dem DOM. Um die Standardisierung kümmert sich das World Wide Web Consortium (W3C)
Überblick über die Geschichte der Webstandards
Alles begann in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre, als das Internet so langsam anfing, zu einem Massenmedium zu werden. Zur damaligen Zeit wurde CSS von den Browserherstellern noch nicht in dem Maße unterstützt, dass man es als Webdesigner auch zur Layoutgestaltung von HTML Dokumenten nutzen konnte. Was auch logisch erscheint, denn die CSS Level 1 Spezifikation wurde 1996 und die CSS Level 2 Spezifikation 1998 erst veröffentlicht.
Somit musste also HTML auch zur visuellen Gestaltung herhalten, obwohl es niemals dafür gedacht war. Ein großes Problem war mit Sicherheit auch, dass Grafiker einfach ein hohes Maß an Kontrolle über die visuelle Erscheinung Ihres Produkts gewohnt waren und dies auch bei der Erstellung einer Webseite umsetzen wollten. Mit dem Attribut border="0" wurden die Ränder der Tabellen einfach unsichtbar gemacht, transparente kleine Gif Grafiken ermöglichten das Erzwingen von Abständen (weil ja unsichtbar) usw.
Weil aber; wie ich bereits erwähnte; HTML nie zur visuellen Ausgestaltung des Layouts gedacht war, musste und wurde es mit Hacks, kunstvoll ineinandergeschachtelten Tabellen und nicht validem Markup dazu "überredet" werden. Validatoren oder gar valides Marup war nicht nur nicht in, sondern den Webdesigner damals absolut nicht bekannt oder geläufig.
Der Browserkrieg
Die heutige, hervorragende Unterstützung von CSS haben wir; dies behaupte ich steif und fest; dem Eindringen von Microsoft in den Browsermarkt zu verdanken.
Ab Mitte der neunziger Jahre entschloss sich Bill Gates, massiv in das neue Massenmedium Internet zu investieren und ein Konkurrenzprodukt für den damaligen Marktführer, dem Netscape Navigator zu schaffen. Als Microsoft im August 1995 dann die erste Version seines Internet Explorers veröffentlichte, war dies der Beginn des sogenannten Browserkriegs. In den Anfangstagen des Internet Explorers war dieser sogar schneller und hielt sich genauer an die W3C-Standards als der Netscape Navigator 4.0. Mit der Einführung von CSS im Jahre 1996 begann man allerdings, die Webstandards auf eigene, eher unkompatible Weise zur Konkurrenz zu interpretieren oder nur Teile der Standards in anderer Syntax anzubieten.
Durch die massiven finanziellen Mittel und die Möglichkeit den Internet Explorer in das Betriebssystem Windows zu integrieren gewann Microsoft letztendlich diesen Krieg. In 2003 lag der Marktanteil des IE bei sagenhaften 90% und wurde gleichzeitig nicht mehr weiter entwickelt.
Wenn zwei sich streiten freut sich bekanntlich der Dritte und in diesem Fall war dies der durch seine bedeutend höhere Standardtreue von Webdevelopern empfohlene Mozilla Firefox, welcher zudem noch durch praktische Features wie z.B. Tabbed Browsing glänzte.
Erstes Fazit:
Heute haben wir einen Punkt erreicht wo die absolute Mehrheit der User Browser mit akzeptabel vernünftiger CSS Unterstützung verwendet und demzufolge kein Grund mehr existiert, uns vor den geltenden Webstandards zu verschliessen. Nun ist es möglich, HTML so zu benutzen, wie es auch einmal angedacht war und mittels CSS das Layout komplett zu bestimmen und es vor allem vollständig aus dem Quelltext auszulagern.
Im Zweiten Teil dieser Artikelreihe werde ich aufzeigen, was genau zu den Webstandards gehört, warum man Sie beachten sollte und auch versuchen, einen Einblick in die Semantik zu geben.



super artikel,
aber es stört mich das man diesen Beitrag nicht richtig ausdrucken kann. Einfach ein print.css anlegen und unwichtige elemente ausblenden ;)
Hi!
Tut mir schrecklich leid, es war selbstverständlich ein Print CSS definiert, jedoch habe ich einfach vergessen einige Elemente fürs Drucken auszublenden. Das hab ich grad nachgeholt und nun kann man die Artikel optimal ausdrucken.